Stillförderung Schweiz

Weltstillwoche 2011

"Stillen - Kommunikation ohne Worte"
3. - 9. Oktober 2011

Die Weltstillwoche findet in der Schweiz vom 3. bis zum 9. Oktober 2011 statt. Die diesjährige Kampagne stellt mit dem Motto << Stillen – Kommunikation ohne Worte >> die positiven Effekte des Stillens für die Beziehung zwischen Mutter und Kind ins Zentrum. Organisiert wird die Weltstillwoche von der Schweizerischen Stiftung zur Förderung des Stillens, in Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden.

Stillen ist ein wichtiger Moment der Achtsamkeit, in dem Blickkontakte und Berührungen stattfinden und die vertrauensvolle Mutter-Kind Beziehung aufgebaut werden kann. Stillen bedeutet für das Neugeborene Zuwendung, Nähe und Wärme. Körpereigene Botenstoffe wie z.B. Oxytocin, welche bei der stillenden Mutter als auch beim Säugling ausgeschüttet werden, fördern die Beziehung zwischen Mutter und Kind und reduzieren die Stressempfindung.

In der heutigen hektischen Zeit ist es wichtig, die Stillzeiten zu schützen. Beim Stillen sind die Zugewandtheit zum Baby und die innere Präsenz der Mutter zentral. Mütter sollten sich beim Stillen und bei der Pflege die Zeit nehmen, mit ihrem Baby zu plaudern, es braucht den Blickkontakt, um sich sicher zu fühlen. Als Ausgleich für die Mutter ist es wichtig,

schon vor der Geburt hilfreiche Gesprächspartner und ein unterstützendes Netz aufzubauen. Innere Einsamkeit, wie sie nach der Geburt manchmal auftreten kann, kann nur durch echte soziale Kontakte und nicht durch Handygespräche und chatten gemindert werden.

Stillen ist mehr als Ernährung. Neue wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die menschliche Muttermilch bis anhin nicht vollständig identifizierte unverdauliche Zuckermoleküle enthält, welche die Entwicklung der Darmflora des Kindes fördern und die Immunabwehr des Kindes stärken. Viele Stoffe in der Muttermilch wie die mütterlichen Antikörper oder andere biologisch aktive Proteine führen zu Beginn des Lebens zu einem besseren Schutz vor Infektionen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk UNICEF empfehlen sechs Monate ausschliesslich zu stillen. Danach sollen Kleinkinder wenn möglich bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus zusammen mit einer angepassten und sicheren Beikost gestillt werden. In der Schweiz kommt knapp die Hälfte der Mütter dieser Empfehlung nach. Bildungsferne Schichten stillen deutlich weniger häufig und weniger lang als höher gebildete Mütter und auch in den verschiedenen Sprachregionen zeigen sich Unterschiede. Kulturelle und sozialpolitische Rahmenbedingungen beeinflussen den Stellenwert sowie die Häufigkeit und Dauer des Stillens.

Die Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillens hat zum Ziel, objektive Information zum Stillen zu verbreiten und den Eltern einen informierten Entscheid zu ermöglichen. Das Stillen ist für die Gesundheitsförderung und die Kostensenkung im Gesundheitswesen in der hochentwickelten und vermögenden Schweiz unverändert wichtig. Dazu müssen bessere sozialpolitische Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche das Stillen fördern. Mütter, welche nicht stillen sollen keinem gesellschaftlichen Druck ausgesetzt werden, sondern ebenfalls unterstützt werden. Die diesjährige Kampagne wird unterstützt von Gesundheitsförderung Schweiz und der Medela AG, Baar.







 
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