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Stillförderung Schweiz

Stellungnahmen

06/2021

Stellungnahme Fachbeirat Stillförderung Schweiz

Belastung der Muttermilch mit Dioxinen: Stillen bleibt die beste Art der Säuglingsernährung

Eine Analyse der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungsanstalt) von 2018 kommt zum Schluss, dass Muttermilch immer noch mit Dioxinen belastet ist. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation WHO, wie auch der untersuchende Chemiker der EMPA und ein Toxikologe des Schweizerischen Zentrums für Humantoxikologie der Uni Basel beurteilen die Nutzen des Stillens grösser als die Risiken der Dioxinbelastung: Stillen ist die beste Form der Ernährung des Säuglings und wird uneingeschränkt empfohlen.

Der Fachbeirat von Stillförderung Schweiz schliesst sich der Beurteilung der WHO an: Der Nutzen des Stillens ist grösser als die Risiken der Dioxinbelastung. Die Empfehlung der WHO, bis zum Alter von zwei Jahren und darüber hinaus zu stillen gilt auch für Industrieländer. Muttermilch enthält Antikörper, die das Baby vor Infektionskrankheiten schützen. Zudem haben gestillte Babys als Erwachsene ein kleineres Risiko für Übergewicht, Herz- Kreislaufkrankheiten, hohen Blutdruck und Allergien.

Die Belastung der Muttermilch durch Umweltgifte ist im Zusammenhang mit der Belastung der Umwelt zu sehen. Muttermilch ist ein guter Indikator für Umweltbelastungen, die unser Körper z.B. über Lebensmittel aufnimmt. Das Problem der Belastung mit Umweltchemikalien besteht bereits in der Schwangerschaft und nicht erst in der Stillzeit. Und sobald das Kind andere Nahrungsmittel isst, nimmt es während des gesamten Lebens weiterhin Dioxin auf. Die Untersuchung der EMPA zeigt , dass die Dioxin Werte durch Filter und Verbote auf einen Sechstel des Niveaus der 90er-Jahre reduziert werden konnten. Es ist aber nach wie vor zwingend nötig, dass Umweltgifte weiter reduziert werden.

Auf die Frage, inwiefern Müttern das Stillen angesichts dieser Daten zu empfehlen sei, schreibt der Bund: Stillen ist die natürliche Art der Ernährung von Neugeborenen und Säuglingen und wird von der WHO, der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie und dem BLV in den ersten Lebensmonaten empfohlen. Sie ist mit gesundheitlichen Vorteilen für das Kind und die Mutter verbunden. So ist die Muttermilch optimal auf die Ernährungsbedürfnisse des Kindes abgestimmt und fördert dank ihrer Zusammensetzung das Immunsystem des Kindes. Stillen kann auch dazu beitragen, die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind zu fördern.

Weitere Informationen:
EFSA Bewertung Dioxine und PCBs 2018
Medienmitteilung BAG 1999: Belastung der Muttermilch mit Dioxinen; Stillen bleibt die beste Art der Säuglingsernährung
Information des BfR 2011: Frauenmilch: Dioxingehalte sinken kontinuierlich


08/2019

Projekt Stretto 3; Revision Verordnungsrecht

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